Miezpopiez's Weblog

Gehirnknete von Freda

Weihnachten – Zeit zum Träumen Dezember 18, 2009

Einsortiert unter: Plattenladen — miezpopiez @ 9:33 am

Ich liebe meinen Nebenjob. Ein bisschen ist es wie betreutes Wohnen manchmal, man kümmert sich um verlorene alte, verlorene verrückte, und verlorene Durchschnittsmenschen, hilft ihnen, sich in dem sich vor ihnen ausbreitenden Labyrinth zurechtzufinden, gibt und bekommt die ein oder andere Lebensweisheit mit auf den Weg, und hat unheimlich viel zu Lachen, weil die Mitarbeiter genau so einen Knall haben wie man selber. Den braucht man auch, um im Plattenladen zu arbeiten. Ausserdem darf man den ganzen Tag Musik hören (Segen oder Fluch- je nachdem wer grad die Platten auflegt) und lernt den ganzen Tag unheimlich viel – über Menschen, Musik, Vorhersagen von Pyramidengedächtnissen anno 1988 (sic!).

Und dann gibt es den Dezember; beziehungsweise eigentlich nur die 2. und 3. Dezemberwoche, wo plötzlich dieses komische “Weihnachten” wie aus dem Nichts vor die Leute springt und sagt “Ha! Da bin ich wieder! Habt ihr wohl nicht mit gerechnet, was? Jetzt aber schnell die Läden stürmen, sonst drängeln da noch alle gleichzeitig hin” Und das machen sie dann auch. Alle. Gleichzeitig.

Und diese unvorstellbaren Massen an Menschen, die natürlich alle keine Zeit haben und alle gleichzeitig die gleiche aufopfernde Fürsorge brauchen, strömt zwischen den Regalen herum (naja, “schiebt sich schwerfällig” trifft es wohl eher) und danach direkt in meine Träume. In der Vorweihachtszeit träume ich den größten Murks des ganzen Jahres. Und ich phantasiere nachts echt hahnebüchenes Zeug über das Jahr!

Letztes Jahr war meine Spezialität das Schlafwandeln. Meine Lieblingserinnerungen waren zwei aufeinanderfolgende Nächte ganz kurz vor Heiligabend. In der ersten weckte mich mein Freund, weil ich am Rand  meines Hochbetts herumkratzte wie eine Irre. Ich habe ihn darauf im halbwachen Zustand fürchterlich zur Sau gemacht, dass er mich nicht stören solle, die Frau wolle das Geschenk schließlich versiegelt und eingepackt haben und da müsse ich halt jetzt das Preisschild und den Angebotsaufkleber abpiddeln. Das war mir am nächsten morgen unfassbar peinlich, weshalb ich sehr, sehr froh bin dass er in der nächsten Nacht weitergeschlafen hat.

Das schlimme ist, dass ich dabei die  ganze Zeit im  Prinzip wach war. Ich wachte auf, nahm mein Handy, beleuchtete damit den Rand von meinem Hochbett, und fing an in der Schublade, in der wir die CDs zu den leeren Hüllen, die im Laden stehen, aufbewahren, nach der Füllung für die “Encore” von David Garret zu suchen.  Wurde merkwürdigerweise nicht fündig, legte mich wieder hin, setzte mich wieder auf, gleiches Spiel nochmal. Nach einem kurzen Gang ins Badezimmer (ich war mir immer noch nicht bewusst, was ich da mache) suchte ich nochmal ca 5 Minuten unermüdlich, immer wieder mit dem Handy leuchtend (es ist ja nicht so, dass ich keine Lampe am Bett hätte…), um mich dann entgültig wieder “richtig” schlafen zu legen. Der Schlag an die Stirn am nächsten Morgen fiel entsprechend hart aus.

Dieses Jahr träume ich “zum Glück” nur. Vor kurzem hatte ich einen wilden Abenteuertraum, der schon damit anfing, dass ich nur in die Mittagspause gehen wollte, und während der ganzen Handlung (u.a. hat Shirley Bassey ein umsonst-und-draussen Konzert in einem Bonner Park, der in der Form nicht existiert, gespielt und ich wurde zu einer Wanderung bis nach Mannheim gewzungen) hatte ich nur den Gedanken, dass meine Mittagspause ja nur eine Stunde dauert und ich es niemals pünktlich zurückschaffe. Entsprechend bestand der letzte Teil des Traums aus wilder Rennerei, Springen in fast fahrende Züge und  rasanten Taxifahrten. Ich habe aber leider nicht herausgefunden, ob ich es geschafft habe, da ist mir der Wecker dazwischengefahren.

Heute Nacht habe ich einen lustigen Traum gebastelt aus den Plänen die ich für heute habe (vor allem einkaufen gehen für die Tage bis Weihnachten, da komm ich nämlich sonst nicht mehr zu) und einer lustigen Aufgabe, die mir einer der Kollegen aus der Jazzabteilung aufgetragen hat, nämlich die offene Kasse, gefüllt mit 5, 20 und 50 Euroscheinen, durch die Stadt zu tragen und mit meinem Leben zu beschützen. War gar nicht so einfach, den Inhalt der Kasse mit meinem Jackenärmel zu verdecken und zu verhindern, dass irgendwer das Geld klaut. Zumal im Aldi. Argh.

Das letzte Adventswochenende und vor allem die letzten 4 Tage bis  inklusive Heiligabend liegen noch vor mir. Ich bin gespannt was ich bis dahin noch alles träumen darf.

 

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